Fortbildungsarchiv

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Julia.Metzger@MedizinRecht.de

Krankentagegeldversicherung

Einerseits wiederholt und festigt die Veranstaltung das Grundlagenwissen in straffer Form und ist deswegen auch für qualifizierte Einsteiger geeignet. Zum anderen wird das Tagesseminar geprägt durch eine Diskussion unter erfahrenen Bearbeitern der Krankentagegeldversicherung über neue und aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich. Bei einer Sammelanmeldung zu einer Veranstaltung erhält der Dritte sowie jeder weitere Teilnehmer desselben Unternehmens 25% Rabatt auf die Teilnehmergebühr. Pflichtfortbildungsveranstaltung gem. § 15 FAO. Die Veranstalter übernehmen keine Garantie für die Anerkennung der Fortbildung durch einzelne Rechtsanwaltskammern. Schadenersatzansprüche sind ausgeschlossen.

Einige neue Themen sowie höchstrichterliche Antworten auf lange gestellte Fragenkennzeichnen das Bild der Krankentagegeldversicherung im Jahr 2011. 

Mit dem „Mobbing“-Urteil hat der BGH grundsätzliche, über das konkrete Thema weit hinausreichende Klärungen u.a. zu den Fragen der Abgrenzung von Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsplatzunverträglichkeit vorgenommen. Diese werden im Seminar ausführlich behandelt, ebenso die Reaktionsmöglichkeiten des Versicherers in Fällen von Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Mobbing. Wegen der Bedeutung dieses Fragenkreises bietet das Veranstaltungsprogramm einen Sondervortrag zu den medizinischen Aspekten bei Mobbing. 

Grundsätzliche Bedeutung hat auch das Urteil des BGH über Art und Weise sowie den zeitlichen Rahmen der Feststellung von Berufsunfähigkeit und die Konsequenzen an dieDarlegungslasten und Beweismöglichkeiten in der streitigen Auseinandersetzung zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer. 

In der Mitte der 17. Legislaturperiode des Bundestages steht die beabsichtigte klareAbgrenzung der Krankentagegeldversicherung zu den Wahltarifen der Gesetzlichen Krankenversicherung mit Kranken(tage)geld weiterhin aus. Zusatzprämiendiskussion und Sparvorschläge werden voraussichtlich auch die Krankentagegeldversicherung berühren. Als „konstitutives Element in einem freiheitlichen Gesundheitswesen“ (aktueller Koalitionsvertrag in Bezug auf die Private Krankenversicherung) würde die Krankentagegeldversicherung voraussichtlich auch bei einem in Richtung der sog. „Bürgerversicherung“ gehenden Politikwechsel erhalten bleiben. 

Neueste Entscheidungen, die im Seminar behandelt werden, betreffen u.a. die Versicherungsfähigkeit von Rechtsanwälten (BGH) Ärzten (LG Saarbrücken), bei mehreren Tätigkeiten (OLG Köln), Verweismöglichkeiten des Versicherers bei der Beurteilung der vollständigen Arbeitsunfähigkeit (BGH), Einzelheiten zum „medizinischen Befund“ (BGH, OLG Köln), Zahlung von Krankentagegeld aufgrund einstweiliger Verfügung (diverse OLG-Entscheidungen) sowie klarstellende Details zur Verjährung (OLG Koblenz). Im Bereich der Obliegenheiten gibt es neue Urteile u.a. zur Wiederherstellungsobliegenheit und zur Nachuntersuchung. Das Spannungsfeld zwischen Geheimnisschutz und Auskunftsobliegenheit ist Gegenstand der Diskussion. Erste obergerichtliche Entscheidungen bejahen die Möglichkeit der außerordentlichen Kündigung entgegen § 206 VVG. Der BGH hat sich mit der gerade für die Krankentagegeldversicherung bedeutenden „sparten“übergreifenden Wirkung der Anfechtung wegen arglistiger Täuschung befasst. 

Das Seminar dient Leitern von Leistungsbereichen, erfahrenen Bearbeitern von Krankentagegeldangelegenheiten, Vertrieben, Rechtsanwälten und Ärzten zur Aktualisierung ihres Wissens und bietet die Möglichkeit der Diskussion mit qualifizierten Fachkollegen. Neben zahlreichen neuen und aktuellen Fragen widmet es sich der Verdeutlichung der veränderten neuen Grundparameter, die bei der Fallbearbeitung zu beachten sind. 

Daneben wird Grundlagenwissen in straffer Form wiederholt und gefestigt, sodass auch qualifizierte Einsteiger, die Krankentagegeld-Spezialisten werden wollen, von Beginn an der aktuellen Diskussion folgen können. 

Skript und Veranstaltungsunterlagen sind erneut gründlich überarbeitet und durch zahlreiche neue Fälle aktualisiert.

Möchten Sie ganz bestimmte Fragen im Seminar behandelt wissen? Reichen Sie diese bitte bis zum 28. 10. 2011 per E-Mail an bach@bld.de ein! Die Referenten werden Ihre Fragen dann gerne ausführlich behandeln.

Programm

1. Mobbing

  • Mobbing am Arbeitsplatz als Ursache für Arbeitsunfähigkeit: BGH VersR 2011, 518 = r+s 2011, 256. Das Grundsatzurteil des BGH wird ausführlich dargestellt und diskutiert
  • Abgrenzung Arbeitsplatzunverträglichkeit/ Arbeitsunfähigkeit
  • Argumentationsmöglichkeiten des Versicherers: Obliegenheiten – Berufsunfähigkeit – versichertes Berufsbild?
  • Regress gegen den Arbeitgeber?
  • Weitere Urteile: OLG Celle 12. 5. 2010 - 8 U 216/09; LG Hamburg 16. 6. 2011, M 332 0 269/09

Medizinische Aspekte beim „Mobbing“
(Dr. med. Wolfgang Reuter, M.A.)

  • Mobbing und der Krankheitsbegriff
  • Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit durch Mobbing
  • Regress bei Mobbing?
  • Besondere Herausforderungen für ärztliche Gutachter

2. Selbstständige

  • Versicherbarkeit in einem Tarif für Selbstständige bei selbstständiger Nebentätigkeit neben unselbstständiger Haupttätigkeit?
    OLG Köln VersR 2011, 740
  • Versicherbarkeit eines Gesellschafter/Geschäftsführers:
    OLG Bamberg VersR 2008, 340
  • Rechtsanwälte: Weiter versicherungsfähig trotz Verlust der Zulassung?
    BGH VersR 2010, 473
  • Ärzte: Versicherungsfähigkeit bei, wegen Strafverfahren, ruhender Approbation:
    LG Saarbrücken VersR 2011, 485
  • Selbststständig im Strafvollzug?
    OLG Köln VersR 2010, 476
  • AU bei mehreren Tätigkeiten eines Selbstständigen:
    OLG Braunschweig 25. 3. 2010 - 3 U 72/09
  • AU einer Selbstständigen während der Mutterschutzfrist:
    AG Eilenburg 23. 10. 2009 – 4 C 744/09
  • Wiedereingliederung Selbstständiger:
    LG Köln 11. 3. 2009 - 23 O 319/06

3. Versicherungsfall, Arbeitsunfähigkeit, Beweispflicht

  • Medizinische Notwendigkeit ambulant/stationär:
    OLG Koblenz VersR 2011, 1303
  • Kein Verweis auf mit Kapitaleinsatz zu ändernde Tätigkeit:
    BGH VersR 2009, 1063
  • OLG Köln 14. 4. 2010 - 20 W 10/10
  • Karenzzeit bei jeder AU neu zu berücksichtigen:
    AG Köln - 146 C 9/11
  • „Medizinischer Befund“ mit falscher Diagnose:
    OLG Frankfurt/Main VersR 2010, 475
  • Aufspaltung einer aus Innen- und Außendienst zusammengesetzten Tätigkeit?
    OLG Nürnberg 27. 7. 2009 - 8 U 640/09
  • Geringfügige Tätigkeiten und vollständige Arbeitsunfähigkeit: OLG Koblenz VersR 2009, 626; OLG Köln 14. 4. 2010 - 2 W 10/10
  • Beweislast für die Absendung des Pendelformulars:
    AG Düsseldorf VersR 2009, 1102
  • Kniebeschwerden eines Versicherungsvertreters:
    OLG Hamm 11. 2. 2011 I - 20 U 167/10
  • LG Regensburg 26. 10. 2010 - 3 0 608/10; LG Hannover - 2 O 212/08

4. Fälligkeit und künftige Leistungen

  • Krankentagegeldzahlung für die Zukunft:
    OLG Zweibrücken 29. 7. 2009 - 1 U 45/09;
    OLG Koblenz VersR 2009, 104;
    OLG Stuttgart VersR 2008, 1343

5. Prozessuales

  • Klage am Gerichtsstand des Versicherungsnehmers:
    keine Fortgeltung von § 48 VVG a.F.:
    OLG Koblenz VersR 2010, 1356
  • Beweis der Arbeitsunfähigkeit ohne substantiierten Vortrag zur Berufstätigkeit? OLG Köln 29. 4. 2009 - 20 U 21/09; OLG Köln VersR 2008, 912
  • Selbstständiges Beweisverfahren bei streitigem Tätigkeitsbild?
    LG Marburg VersR 2009, 201; OLG Köln VersR 2008, 1340
  • Einstweilige Verfügung auf Zahlung von Krankentagegeld: Nur bei existenzieller Notlage: OLG Koblenz VersR 2011, 1000; konkrete Angaben zum Vermögen nötig/Darlegung, warum Sozialhilfe nicht möglich ist: LG Darmstadt - 8 O 212/11; nur zur Sicherung existenzieller Bedürfnisse: OLG München VersR 2010, 755; nicht zur Besserstellung im Vergleich zum sozialen Sicherungssystem: LG Augsburg 30. 12. 2009 - 1 O 4040/09; nur bei „Notbedarf“: KG Berlin r+s 2006, 77; nicht bei Sozialhilfe: LG Leipzig, r+s 2005, 114; nur bei sicherem Obsiegen: OLG Koblenz VersR 2008, 1638
  • Klagefrist nach altem VVG: LG Köln VersR 2010, 611;
    LG Dortmund VersR 2010, 196
  • Hemmung der Verjährung durch Feststellungsantrag: Urteilsverkündung plus 30 Monate?
    OLG Koblenz VersR 2009, 1521

6. Obliegenheiten

  • Keine Sanktionslosigkeit von Obliegenheitsverletzung bei fehlender Umstellung von alten AVB auf das neue VVG: LG Ellwangen VersR 2011, 62/482
  • Wiederherstellungsobliegenheit: Pflicht zur Diät?
    OLG Koblenz VersR 2009, 104
  • Auskunftsobliegenheit: Einsichtnahme in Patientenakten: Bähr/Reuter VersR 2011, 953; Vorlage von Behandlungsunterlagen: AG Düsseldorf 22. 4. 2009 - 27 C 17856/06; Vorlage eines Steuerbescheids:
    LG Stuttgart 14. 5. 2010 - 22 O 626/09
  • Aktuelle Rechtsprechung zur Belehrung bei Auskunftsobliegenheiten: Wagner/Rattay VersR 2011, 178
  • Erhebung personenbezogener Daten bei Dritten, § 213 VVG – Ende der pauschalen Entbindung von der Schweigepflicht: Genügt die Prüfungspraxis bei der Auskunftsobliegenheit den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts mit Urteil vom 23. 10. 2006?
  • Untersuchungsobliegenheit/Dreiecksverhältnis VU-Arzt - VN - Versicherer: OLG Koblenz 5. 6. 2009 - 10 U 815/08; BGH VersR 2009, 529
  • Verwertbarkeit von aufgrund einer unwirksamen Schweigepflichtentbindung erlangten Daten bei Arglist des VN: OLG Jena VersR 2011, 380
  • Nachuntersuchung in 100 km Entfernung:
    AG/LG Düsseldorf VersR 2009, 1108
  • Adressat der Anzeigepflicht (§ 30 VVG):
    nur die „benannte“ versicherte Person?
  • Quotelung: Grundsätze, Mindest- und Höchstquote

7. Höhe der Leistungspflicht

  • Anrechnung von Verletztengeld:
    OLG Celle VersR 2010, 1486

8. Berufsunfähigkeit und Rentenbezug

  • Rückwirkende Feststellung der BU:
    Grundsatzentscheidung BGH VersR 2010, 1171
  • Konkrete Art der bisherigen Berufsausübung als Maßstab für die Berufsunfähigkeit:
    LG Düsseldorf VersR 2010, 1585
  • Berufsunfähigkeit: OLG Nürnberg 6. 11. 2008 - 8 U 1396/08;
    OLG Koblenz VersR 2009, 104;
    LG Köln 11. 2. 2009 - 23 O 93/08
  • BU auch bei Fortsetzung der Tätigkeit, wenn VN „Raubbau an seiner Gesundheit“ vornimmt:
    OLG Köln VersR 2010, 107
  • OLG Frankfurt/Main VersR 2010, 475
  • OLG Köln 13. 5. 2009 - 20 U 202/08
  • Bezug einer BU-Rente: OLG Köln 3. 4. 2009 - 20 U 168/08;
    OLG München 17. 2. 2009 - 25 U 4961/08
  • LG München I 22. 4. 2010 - 34 S 13814/09
  • Bezug von Altersrente:
    OLG Frankfurt 10. 12. 2008 - 7 U 168/08;
    LG Berlin 2. 11. 2010 - 7 0 165/10;
    AG Itzehoe 29. 7. 2010 - 90 C 60/10
  • Vollendung des 65. Lebensjahres:
    OLG Karlsruhe VersR 2009, 204

9. Rückforderung

  • Rückforderung von trotz Rentenbezugs ausgezahlter Krankentagegelder auch bei Kenntnis des Versicherers von der Beendigung?
    OLG Köln VersR 2009, 1251
  • OLG Köln VersR 2009, 1251;
    OLG Düsseldorf 5. 5. 2011 I - 4 U 164/10;
    OLG Stuttgart 14. 6. 2011 - 7 U 235/10;
    LG Köln 23. 3. 2011 - 23 0 127/10

10. Aktuelle gesetzliche Entwicklungen

  • BürgerEntlastungsG, GKV-WSG: Krankentagegeld aus dem Basistarif
  • Pflichtversicherung, Arbeitgeberzuschussfähigkeit
  • Ausblick: Krankentagegeld und „Bürgerversicherung“?

11. Ausschlussklauseln in der Restschuldversicherung

  • Psychische Erkrankungen: OLG Köln VersR 2011, 201
  • „Bekannte ernstliche Erkrankungen“:
    OLG Hamm VersR 2009, 1482

12. Vorvertraglichkeit, Anfechtung, außerordentliche Kündigung

  • Kündigungsverbot nach § 206 BGB schließt außerordentliche Kündigung nicht aus:
    OLG Celle - 8 U 157/10; OLG Brandenburg - 12 U 148/10
  • Kündigungsfrist nach § 314 Abs. 3 BGB beträgt in der Regel mindestens einen Monat:
    OLG Köln - 20 U 144/10
  • Darlegungslast für die Gründe von objektiv unzutreffenden Angaben im Versicherungsantrag:
    OLG Frankfurt/Main VersR 2011, 653
  • Außerordentliche Kündigung (Betrug):
    BGH VersR 2007, 1260;
    BGH VersR 2009, OLG Koblenz VersR 2008, 1482
  • „Sparten”übergreifende Wirkung der Anfechtung?
    BGH VersR, 2010, 97; OLG Koblenz VersR 2009, 771;
    VersR 2008, 1482; LG Koblenz VersR 2008, 1482
  • Drei erfolgreiche Detektivbesuche reichen nicht ...:
    BGH VersR 2009, 1063
  • Nachfrageobliegenheit des Versicherers?
    OLG Hamm VersR 2009, 1649
  • Arbeiten während der angeblichen AU:
    BGH VersR 2007, 1260
  • Wirksamkeit von Leistungsausschlüssen für vorvertragliche Erkrankungen:
    LG Köln VersR 2009, 490
  • Durchstreichen von Antragsfragen:
    OLG Koblenz VersR 2009, 53
  • Altes Recht bei Anfechtung noch im Jahr 2009?
    LG Dortmund VersR 2010, 515;
    LG Köln VersR 2010, 199

Art der Veranstaltung:
 
Seminar
Zeitpunkt:
von 17.11.11 09:30 Uhr bis 17.11.11 17:00 Uhr
Veranstalter:
VersicherungsForum - Verlag Versicherungswirtschaft GmbH
Veranstaltungsort:
Dortmund
Pullmann Hotel
Referenten:
Herr Dr. Markus Sauer, Rechtsanwalt, Central Krankenversicherung AG, Köln, Herr Gerhard Herbst, Versicherungsbetriebswirt (DVA), Continentale Krankenversicherung a.G., Dortmund, Herr Dr. Wolfgang Reuter, Leiter Leistungsmanagement Medizinische Beratung, DKV Deutsche Krankenversicherung AG, Köln
Zielgruppe:
Rechtsanwälte/Fachanwälte, Rechtsabteilung Versicherungen, Entscheidungsträger in der Versicherungswirtschaft
Preis:
464,10 € (inkl. MwSt.)
Dateien:
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